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Wie legt man das Kalibrierintervall fest?

Das Kalibrierintervall ist der Zeitraum zwischen zwei Kalibrierungen eines Geräts. Weder DIN EN ISO/IEC 17025 noch ISO 9001 schreiben eine bestimmte Frist vor; der Betreiber legt das Intervall so fest, dass die Zuverlässigkeit des Geräts erhalten bleibt, und begründet seine Entscheidung. Ein zu kurzes Intervall bedeutet unnötige Kosten und Ausfallzeiten, ein zu langes das Risiko, mit einem Gerät zu messen, das unbemerkt außerhalb der Toleranz liegt.

Kurz gefasst

  • Die Normen schreiben keine bestimmte Frist vor; das Intervall legt der Betreiber des Geräts fest.
  • Das Anfangsintervall richtet sich nach Herstellerempfehlung, Nutzung und Kritikalität.
  • Liegen die bisherigen Abweichungen weit innerhalb der Toleranz, wird das Intervall verlängert; nähern sie sich der Grenze, wird es verkürzt.
  • Die Entscheidung und ihre Begründung werden dokumentiert.
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Schritte zur Festlegung des Intervalls

  1. Anfangsintervall wählen

    Für ein neues Gerät liegen noch keine Verlaufsdaten vor. Das Anfangsintervall wird deshalb anhand der Herstellerempfehlung, der Erfahrung mit vergleichbaren Geräten, der Nutzungshäufigkeit und der Kritikalität der Messung gewählt. Viele Organisationen beginnen mit einem Jahr; das ist keine Regel, sondern lediglich ein verbreiteter Ausgangspunkt.

    Gegenüberstellung: festes Intervall und datenbasierte Festlegung des Intervalls : Vergrößern
  2. Bisherige Ergebnisse verfolgen

    Halten Sie bei jeder Kalibrierung die Abweichung des Geräts fest und verfolgen Sie sie über die Zeit. Bleibt die Abweichung jedes Mal weit innerhalb der Toleranz, kann das Intervall verlängert werden; nähert sie sich der Toleranzgrenze oder überschreitet sie diese, muss es verkürzt werden. Auch Zwischenprüfungen zwischen den Kalibrierungen (z. B. eine kurze Überprüfung mit einem Kontrollnormal) liefern Daten für diese Entscheidung.

    Diagrammskizze: Verlauf der Abweichung über mehrere Kalibrierungen und Toleranzgrenze : Vergrößern
  3. Einflussfaktoren bewerten und Entscheidung dokumentieren

    In die Entscheidung über das Intervall fließen folgende Faktoren gemeinsam ein: Häufigkeit und Intensität der Nutzung, die Einsatzumgebung (Temperatur, Vibration, Staub), mögliche Stöße oder Stürze, der Einfluss der Messung auf Produktqualität oder Sicherheit, das Alter und die Reparaturhistorie des Geräts sowie gesetzliche Vorgaben und Kundenanforderungen. Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung und deren Begründung; im Audit gehört sie zu den ersten Dingen, nach denen gefragt wird.

    Schema: Einflussfaktoren auf das Kalibrierintervall : Vergrößern

Die Verfahren des Leitfadens ILAC-G24 (Überblick)

Der von ILAC und OIML gemeinsam herausgegebene Leitfaden ILAC-G24 / OIML D 10 schlägt Verfahren vor, mit denen sich Kalibrierintervalle festlegen und überprüfen lassen. Grob zusammengefasst sind das:

  • Stufenweise (automatische) Anpassung: Liegt das Gerät bei der Kalibrierung innerhalb der Toleranz, wird das Intervall verlängert, liegt es außerhalb, wird es verkürzt.
  • Regelkarte: Die Ergebnisse an ausgewählten Kontrollpunkten werden in einem Diagramm verfolgt; je nach Drift wird das Intervall angepasst.
  • Intervall nach Einsatzzeit: Kalibriert wird nicht nach Kalender, sondern nach der Zeit, die das Gerät tatsächlich in Betrieb war.
  • Zwischenprüfung („Black-Box“-Ansatz): Das Gerät wird regelmäßig einer einfachen Prüfung unterzogen und nur bei Auffälligkeiten zur vollständigen Kalibrierung gegeben.

Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der Anzahl der Geräte, den vorhandenen Daten und dem Risiko ab; Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Leitfaden selbst.

Aufzeichnungen führen

Bewahren Sie für jedes Gerät Kalibrierdaten und -ergebnisse, Abweichungen, Ergebnisse der Zwischenprüfungen, Reparaturen und die Begründungen für Intervalländerungen an einem Ort auf. Mit diesen Aufzeichnungen können Sie das Intervall datenbasiert festlegen und Ihre Entscheidungen im Audit belegen. Zur Überwachungsliste siehe die Anleitung Wie führt man eine Kalibrierliste für Prüfmittel?.

Häufige Fragen

Muss das Kalibrierintervall unbedingt ein Jahr betragen?

Nein. Die Normen schreiben keine bestimmte Frist vor. Ein Jahr ist ein verbreiteter Ausgangspunkt; je nach bisherigen Ergebnissen, Nutzung und Risiko kann das Intervall verlängert oder verkürzt werden.

Kann das Kalibrierlaboratorium das Intervall festlegen?

Laboratorien tragen keine Empfehlung zum Intervall in den Kalibrierschein ein, sofern dies nicht mit dem Kunden vereinbart wurde. Das Intervall legt der Betreiber des Geräts fest; die Einschätzung des Laboratoriums können Sie jedoch einholen.

Das Gerät ist heruntergefallen oder hat einen Stoß bekommen: Soll ich bis zum nächsten Termin warten?

Nein. Nach einem Stoß, bei Verdacht auf einen Defekt oder bei unerwarteten Ergebnissen sollten Sie das Gerät nicht weiter verwenden und eine Zwischenprüfung oder Kalibrierung veranlassen.

BYK Yazılım Support-Team
Diese Anleitung wird vom Support-Team von BYK Yazılım erstellt und regelmäßig überprüft. Letzte Aktualisierung: 04.10.2026.

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