Wie liest man einen Kalibrierschein?
Ein Kalibrierschein dokumentiert, dass ein Messgerät mit einem bekannten Normal verglichen wurde, und hält die Ergebnisse dieses Vergleichs fest. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, ihn zu lesen, bevor Sie ihn abheften: So erkennen Sie, ob Ihr Gerät für den vorgesehenen Einsatz tatsächlich geeignet ist. Diese Anleitung erklärt die Abschnitte, die Kalibrierscheine von Laboratorien, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 arbeiten, üblicherweise enthalten.
Kurz gefasst
- Prüfen Sie zuerst die Identifikation: Stimmt die Seriennummer mit Ihrem Gerät überein?
- Die Ergebnistabelle enthält die Abweichung und die Messunsicherheit (meist mit k = 2).
- Eine Konformitätsaussage gibt es nur auf Kundenwunsch; sie beruht auf einer Entscheidungsregel.
- Das Akkreditierungssymbol zeigt, dass die Kalibrierung im akkreditierten Bereich durchgeführt wurde.
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Den Kalibrierschein Abschnitt für Abschnitt lesen
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Angaben zur Identifikation
Im Kopf des Kalibrierscheins stehen Name und Anschrift des Laboratoriums, die eindeutige Nummer des Kalibrierscheins, die Seitenangaben (z. B. „Seite 1 von 3“), der Name des Kunden und die Beschreibung des Kalibriergegenstands (Bezeichnung, Hersteller, Typ, Seriennummer). Die erste Kontrolle: Stimmt die Seriennummer mit Ihrem Gerät überein? In diesem Abschnitt finden Sie auch das Kalibrierdatum und das Datum, an dem das Gerät im Laboratorium eingegangen ist.
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Messergebnisse und Messunsicherheit
Die Ergebnistabelle enthält in der Regel den Bezugswert (Nennwert), den vom Gerät angezeigten Wert, die Abweichung zwischen beiden und für jeden Messpunkt die Messunsicherheit. Die Messunsicherheit wird meist in der Form „U (k = 2)“ angegeben, also mit einer Überdeckungswahrscheinlichkeit von etwa 95 Prozent. Prüfen Sie, ob die Messpunkte den Bereich abdecken, in dem Sie das Gerät einsetzen. Wurde das Gerät justiert, können die Werte vor und nach der Justierung getrennt angegeben sein. Einzelheiten zur Messunsicherheit finden Sie in der Anleitung Was ist Messunsicherheit?.
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Konformitätsaussage und Entscheidungsregel
Hat der Kunde es gewünscht, enthält der Kalibrierschein eine Aussage darüber, ob das Gerät eine bestimmte Spezifikation oder Toleranz einhält oder nicht. Diese Aussage beruht auf einer Entscheidungsregel, die festlegt, wie die Messunsicherheit berücksichtigt wird. Liegt die Abweichung sehr nahe an der Toleranzgrenze, lässt sich wegen der Messunsicherheit unter Umständen weder „sicher konform“ noch „sicher nicht konform“ feststellen. Fehlt eine Konformitätsaussage, bewerten Sie die Ergebnisse selbst anhand Ihres eigenen Akzeptanzkriteriums.
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Rückführbarkeit und Akkreditierung
Die Angabe zur metrologischen Rückführbarkeit zeigt, dass die Messung über eine ununterbrochene Kette von Kalibrierungen auf nationale oder internationale Normale zurückgeführt ist; häufig sind auch die verwendeten Bezugsnormale und die Nummern ihrer Kalibrierscheine aufgeführt. Trägt der Kalibrierschein das Symbol der nationalen Akkreditierungsstelle (z. B. DAkkS, UKAS, TÜRKAK), wurde die Kalibrierung im akkreditierten Bereich des Laboratoriums durchgeführt. Ob die Akkreditierung die gemessene Größe und den Messbereich tatsächlich umfasst, können Sie in der Urkundenanlage nachlesen, die den Akkreditierungsumfang des Laboratoriums beschreibt.
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Worauf Sie achten sollten
- Ist die Messunsicherheit klein gegenüber der Toleranz? Liegt die Messunsicherheit in der Größenordnung der Toleranz, die Sie von Ihrem Gerät erwarten, reicht das Ergebnis möglicherweise nicht für eine verlässliche Entscheidung.
- Müssen die Abweichungen korrigiert werden? Bei manchen Messungen wird die im Kalibrierschein angegebene Abweichung als Korrektion auf die Messergebnisse angewendet.
- Umgebungsbedingungen: Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchte können die Ergebnisse beeinflussen; sie sind im Kalibrierschein angegeben.
- Nächster Kalibriertermin: Laboratorien tragen keine Empfehlung zum Kalibrierintervall in den Kalibrierschein ein, sofern dies nicht mit dem Kunden vereinbart wurde; das Intervall legt der Betreiber des Geräts fest. Siehe Wie legt man das Kalibrierintervall fest?
- Freigabe: Name, Funktion und Unterschrift der Person, die den Kalibrierschein freigibt, müssen vorhanden sein (eine elektronische Signatur ist möglich).
Häufige Fragen
Darf das Gerät nicht verwendet werden, wenn im Kalibrierschein kein „konform“ steht?
Doch. Eine Konformitätsaussage wird nur auf Wunsch des Kunden abgegeben. Fehlt sie, vergleichen Sie die Ergebnisse und die Messunsicherheit mit Ihrem eigenen Akzeptanzkriterium und entscheiden selbst.
Ist ein Kalibrierschein ohne Akkreditierungssymbol gültig?
Auch dann ist er ein Nachweis über die Kalibrierung; die Akkreditierung zeigt jedoch, dass die Kompetenz des Laboratoriums von einer unabhängigen Stelle begutachtet wurde. Verlangt Ihr Kunde oder die für Sie maßgebliche Norm eine akkreditierte Kalibrierung, prüfen Sie, ob das Symbol vorhanden ist.
Was bedeutet k = 2?
Es bedeutet, dass die erweiterte Messunsicherheit durch Multiplikation der Standardunsicherheit mit dem Faktor 2 berechnet wurde. Das entspricht einer Überdeckungswahrscheinlichkeit von etwa 95 Prozent.
BYK Yazılım Support-Team
Diese Anleitung wird vom Support-Team von BYK Yazılım erstellt und regelmäßig überprüft. Letzte Aktualisierung: 04.10.2026.
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